Berufliche Perspektiven für geflüchtete Lehrkräfte
Viele Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, haben in ihren Herkunftsländern als Lehrer:innen, Pädagog:innen oder in vergleichbaren Berufen gearbeitet. In Deutschland stehen sie vor der Herausforderung, dass ihre Abschlüsse nicht anerkannt werden. Das Projekt „Zweitkraft in Schulen" schafft eine Arbeitsperspektive für diese qualifizierten Menschen und ermöglicht ihnen den Wiedereinstieg in den pädagogischen Bereich.
Die Teilnehmenden absolvieren eine praxisnahe Fortbildung, die sie auf den Einsatz als Zweitkraft in Bremer Schulen vorbereitet. Dabei lernen sie das deutsche Schulsystem kennen, vertiefen ihre Deutschkenntnisse in fachsprachlichen Kontexten und erwerben Methoden der modernen Unterrichtsgestaltung. Anschließend werden sie als zusätzliche Lehrkraft eingesetzt, wo sie die Hauptlehrkraft unterstützen und insbesondere Schüler:innen mit Migrationshintergrund individuell fördern.
Gewinn für alle Beteiligten
Der Einsatz von Zweitkräften ist ein Gewinn für alle Seiten: Die Schulen profitieren von zusätzlicher pädagogischer Unterstützung und interkultureller Kompetenz. Die Schüler:innen finden in den Zweitkräften Vorbilder, die ihre Situation aus eigener Erfahrung kennen. Und die Teilnehmenden gewinnen eine sinnvolle Tätigkeit, die ihre vorhandenen Kompetenzen wertschätzt und weiterentwickelt.
Die Fortbildung umfasst pädagogische und didaktische Module, Hospitationsphasen, individuelle Deutschförderung mit Schwerpunkt auf Bildungssprache sowie Begleitung und Coaching während des Einsatzzeitraums. Seit dem Start konnten zahlreiche Teilnehmende erfolgreich als Zweitkräfte eingesetzt werden — einige haben inzwischen den Weg in eine reguläre pädagogische Anstellung oder ein Lehramtsstudium gefunden.
Praktische Informationen
- Zielgruppe: Geflüchtete mit pädagogischer Berufserfahrung
- Fortbildung: Laufende Kurse — Einstieg nach Beratungsgespräch möglich
- Voraussetzungen: Deutschkenntnisse ab Niveau B1, pädagogische Vorerfahrung
- Kontakt: info@lichtgrenze-bremen.de oder +49 151 11516376